Analogfotografie: Du hast den Farbfilm vergessen
Digital ist besser was aber so gar nicht unbedingt stimmt, zumindest nicht in der Fotografie. Klar, Digitalkameras unterstützen einen beim Fotografieren so gut das es für jede:n möglich ist Fotos zu schießen, die früher so nicht ohne weiteres möglich waren. Ich möchte meine Nikon Z5II auch nicht missen, es macht sehr viel Spaß damit zu fotografieren, Bildstabilisation, Objektfokus, die Bildqualität, die Möglichkeit RAW Fotos zu korrigieren im RAW-Konverter sind nur ein paar von den tollen Möglichkeiten die digitale Fotografie ermöglicht.
Analoge Fotografie ist ein anderes, entschleunigtes fotografieren. Man muss viel überlegter an das Motiv gehen, das fängt schon an mit der Film Wahl. Ich muss mir überlegen, was ich will, welche Lichtempfindlichkeit ich benötige, Schwarz/Weiß oder doch lieber Farbe. Auch die Bildqualität, ob mehr oder weniger körnig spielt eine Rolle. Einstellen des Fokus, der Blende, der Belichtung und nur den Sucher zur Verfügung zu haben lässt einen viel mehr in dem Moment sein. Man kann auch nicht sofort sehen wie das Foto geworden ist, ob die gewählten Einstellungen zu dem gewünschten Ergebnis geführt haben, keine Cloud, keine sofortige Bearbeitung, nix für Instagram (wenn man da denn ist). Man muss warten, bis der Film voll ist, bis man ihn entwickelt hat. Das lässt einen auch etwas Abstand zu dem Foto gewinnen. Es ist ein etwas anderes Fotografieren, in einer schnellen Welt, in einer Welt von KI. Es fühlt sich „echter“ an, es hat mehr Haptik den Auslöser zu drücken, das klacken des Auslösers, den Transporthebel zu ziehen, das Ratschen zu hören, den Film einzulegen und ggf. später die Abzüge zu halten und zu fühlen. Es hat also seinen ganz eigenen Reiz mit einer analogen Kamera loszuziehen, Fotos zu machen. So fing es bei mir auch Ende der 80er, mit 14 Jahren bei mir an mit der Fotografie. Eine Yashica, vom Konfirmationsgeld gekauft. Schade das ich sie nicht behalten habe.
So kam nun, zusammen mit der Z5II, der Wunsch bei mir auf auch mit einer analogen Kamera zu fotografieren. Kommt auch schon seit ein paar Jahren wieder in den Trend bei vielen, so wie sich Musik auf Vinyl zu kaufen. Dadurch ist natürlich auch mittlerweile der Preis auf dem Gebrauchtmarkt für analoge Kameras angezogen aber immer noch gibt es diese Kameras recht günstig.

Nach einigen Recherchen im Netz habe ich mich natürlich auch hier für eine Nikon, die Nikon FE, entschieden. Sie wurde von 1978 bis 1983 gebaut, also mittlerweile 46 Jahre, plus/minus 2 Jahre, alt. Dazu habe ich mir ein Nikkor 50mm f/1.8 AI-S Pancake Objektiv gekauft, ein leichtes und kompaktes Normalobjektiv das sich hervorragend für Reise und Landschaftsaufnahmen, Gruppenfotos und Ganzporträts eignet und seiner Zeit auch sehr beliebt war. Frische Batterien habe ich eingelegt, denn das E in FE steht für elektronisch, der Belichtungsmesser und der Verschluss funktionieren schon elektronisch bei dem Modell (aber auch ohne, wenn die Batterien leer sein sollten). Ich habe also die Möglichkeit bei eingestellter Filmempfindlichkeit und Blende das die Kamera in Abhängigkeit von der Motivhelligkeit die passende Verschlusszeit wählt. Geht natürlich auch alles komplett manuell, ich kann alles selber festlegen.
Der erste Kodak UltraMax ISO 400, 36 Bilder ist eingelegt und die ersten zwei Bilder von meinen Katzen geschossen. Ich bin gespannt! Den Farbfilm habe ich schon mal nicht vergessen.
